Zwischen Schokoeiern und Sinnsuche – ein Spaziergang mit Nebenwirkungen
Im Rahmen der sozialpädagogischen Arbeit mit den Teilnehmenden der Werkstattschule (WKS) wurde am 2. April 2026 ein thematisch angeleiteter Spaziergang zum Donau-Main-Kanal durchgeführt. Ziel war es, kulturelles und religiöses Wissen alltagsnah zu vermitteln und zugleich die Wahrnehmung für den Frühling zu fördern.
Verhaltenes Interesse
Zu Beginn zeigte sich – wenig überraschend – ein eher verhaltenes Interesse am Thema „Ostern“. Für viele beschränkte sich die Bedeutung auf Schokolade und freie Tage; die religiösen Hintergründe waren größtenteils unbekannt oder irgendwo zwischen „schon mal gehört“ und „nie gebraucht“ eingeordnet. Der Osterhase hatte hier eindeutig die bessere Lobby als die Auferstehungsgeschichte.
Im Verlauf des Spaziergangs wurde das Thema durch Gespräche und Impulse greifbarer gemacht. Erste Aha-Momente mischten sich mit der Erkenntnis, dass Ostern offenbar mehr ist als nur ein gut getarnter Süßwarenverkauf. Die Bewegung und die lockere Atmosphäre halfen dabei, auch die weniger Motivierten „mitzunehmen“ – wenn auch teilweise eher im wörtlichen Sinne.
Pädagogisch und kalorisch
Ein Highlight bildete die praktische Umsetzung: Auf einer steinernen Brücke wurden Überraschungseier ausgelegt, die von den Teilnehmenden „gefunden“ werden konnten. Die Schokolade sorgte erwartungsgemäß für unmittelbare Motivation – pädagogisch wertvoll und kalorisch wirksam. Die enthaltenen Spielfiguren führten zudem zu kleinen Dialogen, Vergleichen und vereinzelten Tauschverhandlungen, die fast an einen inoffiziellen Flohmarkt erinnerten.
Begleitet wurde das Ganze von bestem Frühlingswetter: blühende Pflanzen, milde Temperaturen und eine Umgebung, die deutlich mehr Energie ausstrahlte als so mancher Teilnehmende nach etwa 60 Minuten Gehzeit. Der insgesamt 90-minütige Spaziergang stellte für einige eine spürbare Herausforderung dar, was sich gegen Ende in nachlassender Ausdauer und der stillen Hoffnung auf ein plötzlich auftauchendes Transportmittel zeigte.
Fazit
Insgesamt konnte die Einheit trotz anfänglicher Zurückhaltung erfolgreich gestaltet werden. Durch die Kombination aus Bewegung, niedrigschwelliger Wissensvermittlung und kleinen humorvollen sowie motivierenden Elementen wurden sowohl Lernimpulse gesetzt als auch die Gruppendynamik positiv gefördert.
Text & Fotocollage: Agnieszka El-Ghamri